Geschichten

prison chappies

D.* ist 21 Jahre alt. Seit fast zwei Jahren sitzt er in Untersuchungshaft im Jugendgefängnis von Pollsmoor, Kapstadt’s riesigem Gefängniskomplex, welcher ca. 8500 Gefangenen beherbergt. Anklage: Gemeinschaftlicher Mord. Und es war nicht sein erster. Aufgewachsen in einem verarmten Teil von Mitchells Plain, einem ca. 300.000 Personen starken Farbigen-Township im Süden Kapstadts, hat er in seinem Leben schon einiges gesehen. Über sein Aufwachsen spricht er nicht allzu viel. Nur dass er ohne eine Vaterfigur groß wurde. Zusammen mit seiner drogenabhängigen und wohl auch -handelnden Mutter und einem jüngeren Bruder lebt er in einer Blechhütte im Vorhof eines anderen kleinen Hauses.

Dann kam im Alter von 12 Jahren eine große Enttäuschung in sein Leben und sein Lebenstraum zerplatzte. Von da an ging es bergab. Er begann selbst Drogen zu nehmen, brach die Schule ab und schloss sich einer Straßengang an. Seinen ersten Mord beging er mit 14. Dann wechselte er zu einer anderen Straßengang. Normalerweise bedeutet dies, einen der bisherigen eigenen „Gangbrüder“ zu töten – schließlich soll es kein Zurück geben.

D. geriet immer tiefer in die Welt der Gangs aus Gewalt, Mord, Drogenhandel und Drogenmissbrauch hinein und stieg dabei innerhalb der Gang immer weiter auf. Teil dieses Lebens sind immer wieder kehrende Gefängnisaufenthalte. Im Laufe eines solchen Gefängnisaufenthalts wurde er auch Mitglied der 26er, einer der drei gefürchteten Gefängnisgangs Südafrikas (26er, 27er und 28er). Und auch dort verdiente er sich im Laufe der Zeit seinen Rang. Nun sitzt er schon wieder seit zwei Jahren in Untersuchungshaft, mit einer neuen Mordanklage. Und seit zwei Jahren die Ungewissheit: gehe ich bald wieder nach Hause oder vielleicht für 25 Jahre ins Gefängnis? Und dann?

Wir besuchen ihn schon seit fast 2 Jahren. Und jetzt, nach all dieser Zeit, in der wir gesehen haben, dass er, der innerlich steinhart ist, eigentlich kein Interesse an Gott oder einer Lebensveränderung hatte, langsam anfängt sich zu öffnen. Langsam anfängt, über sein Leben nachzudenken und sich zu wünschen, aus diesem Teufelskreis ausbrechen zu können. Welche Konsequenzen sein bisheriges Leben und seine Entscheidungen und Taten für ihn selbst haben werden, können wir getrost in Gottes Hand lassen. Wir sind da, um ihm die Liebe Gottes aufzuzeigen und die Kraft Gottes, die Jesus von den Toten hat auferstehen lassen und der auch die Kraft hat, in seinem Leben zu wirken. Und so gehen wir den Weg ein Stück gemeinsam mit ihm, egal ob draußen oder für die nächsten 10, 20 , … Jahre im Gefängnis. Jesus hat auch bei uns nicht aufgegeben und verspricht schließlich, mit uns durch Dick und Dünn zu gehen, und dass bis ans Ende unserer Tage.

Und dann kam der Tag der Entscheidung – über 20 Jahre Gefängnis. Und damit die Verlegung in ein anderes Gefängnis in einer anderen Stadt. Aber ich werde in Kontakt mit ihm bleiben und ihn auch dort weiter besuchen…

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