Geschichten

Vor circa einem Jahr lernte Sandra anlässlich eines Kinderferienprogramms in ihrer alten Gegend, bei dem sie mithalf, zwei Schwestern im Alter von 13 und 17. Die beiden Mädchen lebten in derselben Straße, in der Sandra aufgewachsen war. Beide haben ihr Leben in dieser Woche in Jesu Hände und Sandra beschloss, sich regelmäßiger mit ihnen zu treffen, um ihnen auf ihrem Weg zu helfen.

Die Mädchen kommen aus zerrütteten Familienverhältnissen und leben in einem Umfeld, das von Alkohol und Drogenmissbrauch, Bandenkriminalität, Armut und emotionalem Missbrauch gekennzeichnet ist. Während Sandra versuchte, sie zu ermutigen und ihnen zu helfen, fand sie heraus, dass beide aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr zur Schule gingen. Die Schwestern erklärten aber, dass sie eigentlich gerne weiter zur Schule gehen würden.

Da sich sonst niemand darum kümmern würde, nahm Sandra die Sache in die Hand. Sie ging zu verschiedenen Schulen, die aber alle schon voll waren. Der Sozialarbeiter sagte, nicht helfen zu können. Das Kindergericht konnte ebenfalls nicht weiter helfen, da sie keine Referenznummer vom Sozialarbeiter hatten, die dieser Sandra aber auch nicht geben wollte. Das Bildungs- und Erziehungsamt sagte ebenfalls, nichts tun zu können, da ihnen die Hände gebunden seinen. Und so schob jeder, der etwas Autorität in dieser Angelegenheit hatte, die Schuld und Verantwortung auf jemand anderen. Sandra gab aber nicht auf und ging wieder zu den Schulen, bis sich ein Schuldirektor doch bereit erklärte, mit den beiden Mädchen zu sprechen und zum sehen, ob er sie irgendwie für das Schuljahr 2015 (welches in Südafrika im Januar beginnt), unterbringen könnte.

Es war en langer und beschwerlicher Weg aber schließlich wurden beide in der Glendale Secondary High angenommen, derselben weiterführenden Schule, auf der auch Sandra war, und nur ein paar Meter von Haus der Mädchen entfernt. Die Mädels waren total aufgeregt, als sie ihre Einschreibeunterlagen erhielten und wieder mit der Schule beginnen konnten.

Trotzdem hatten die Mädchen mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, insbesondere wenn man sich ihren Hintergrund und ihr Lebensumfeld in Erinnerung ruft. Hinzu kamen Ablenkungen wie Drogen und (Gangster)-Freunde, etc. Sandra besucht sie weiterhin. Aber die Höhe war, dass kürzlich ein Sozialarbeiter zu ihnen kam und ihnen scheinbar sagte, dass sie eigentlich gar nicht zur Schule gehen müssen und auch nicht bei ihrer Oma leben müssen. Was für ein dummer Rat! Anscheinend haben beide die Schule daraufhin abgebrochen und verschwanden ganz aus der Gegend. Die Gegend in der sie jetzt beim reuend einer der beiden leben, ist allerdings auch nicht besser, sondern schlechter.

Die Chancen sind hoch, dass auch sie in dem Teufelskreis aus Teenage-Schwangerschaft, Alkohol- und Drogenmissbrauch und Arbeitslosigkeit enden, der in vielen Gegenden allgegenwärtig ist… Aber zumindest haben sie nicht länger die Ausrede, nie eine Chance gehabt zu haben… Und Sandra wird weiter für sie da sein, falls sie dies wollen

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