Jahresbericht 2016

Wort vom Vorstand

Ein tolles Jahr mit großartigen Fortschritten liegt hinter uns. Unser Team hat sich mit nun mehr als 20 Vollzeit- und Teilzeitkräften, die vor Ort in verschiedenen Gemeinden und Projekten arbeiten, fast verdoppelt. Auch bei unserem Vorstand gab es einige Veränderungen, da Albetha Hildebrand aufgrund anderer Verpflichtungen zurücktreten musste, und durch unseren bereits aktiven Mitarbeiter Jordan Harger, der die Health & Wellness Abteilung in unserem 7de Laan Projekt leitet, ersetzt wurde.

Abermals hat Gott seine große Treue gezeigt, indem er uns nicht nur Menschen mit den richtigen Fähigkeiten, sondern vor allem mit einem großen Herzen für gebrochene Erwachsene und Kinder, gegeben hat. Zu sehen, wie die einzelnen Abteilungen wachsen und sich die Menschen in den Gemeinden durch die verschiedenen Diensten verändern, bringt Freude in mein Herz und ich bin stolz darauf, Vorsitzender von Hope Southern Africa zu sein.

Wir haben große Träume für 2017 und sind gespannt zu sehen, wie Gott uns auch hier unterstützen wird. Ich möchte mich bei unserem großartigen Team bedanken, ohne das HOSA nicht das sein würde, was es heute ist. Auch ein GROSSES DANKE an all unsere Unterstützer, die treu an uns geglaubt haben und HOSA’s Vision unterstützt haben, “… den Armen, den Verfolgten, den Verstoßenen, den Benachteiligten, den Waisen, den Missbrauchten und den Hoffnungslosen durch die Nachricht von Jesus Christus und praktischer Hilfe eine nachhaltige Veränderung und Erneuerung ihres Lebens und ihrer Umgebung zu ermöglichen…”.

Gott segne Sie,
Marco Spalke
(Vorstandsmitglied HOSA Deutschland, 1. Vorsitzender HOSA Südafrika)

 

Die Projekte

Jugendgefängnis Medium A

Im Jahr 2016 änderte sich die Dynamik unseres Dienstes im Gefängnis. Während wir anfangs noch in der Medium A – der Untersuchungshaft Justizvollzugsanstalt für jugendliche Jungen – gearbeitet haben und die Jungen in ihren großen Gemeinschaftszellen besuchten, geschah etwas, das Pollsmoor bis zum Kern erschütterte und einen Umstrukturierungsprozess anstoß, dessen Auswirkungen noch eine lange Zeit zu spüren sein werden. Während wir letztes Jahr mit der umfangreichen Evakuierung aufgrund einer Rattenpest zu tun hatten, wurde dieses Jahr die Abteilung der Justizvollzugsanstalt von einem Verein aufgrund schlechter Lebensbedingungen in mehreren Justizvollzugsanstalten von Pollsmoor angeklagt. Der Western Cape High Court ordnete an, die Anzahl der Überbelegung innerhalb weniger Monate von bis zu 300% auf 160% zu senken. Folglich wurden Tausende von Gefangenen aus allen Zentren in andere Gefängnisse im ganzen Land verlegt. Auch fast alle Jugendliche aus Medium A wurden in völlig andere Gefängnisse verlegt, um Platz für die Männer vom Hochsicherheitsgefängnis zu machen – folglich endete unsere Arbeit mit den jugendlichen Gefangenen sehr plötzlich.

 

Hochsicherheitsgefängnis

Während Rene der Direktor oder Projektleiter des gesamten Gefängnisdienstes ist, wird die Arbeit im Hochsicherheitsgefängnis von Simon geleitet, der im Jahr 2016 in den Lenkungsausschuss – eine Gruppe von DCS-Beamten und mehreren geistlichen Mitarbeitern, die zusammen entscheiden, welchen Kurs der geistliche Beitrag im Hochsicherheitsgefängnis nehmen wird – gewählt wurde.

Während wir im Jahr 2015 nur in einen bescheidenen Raum auf dem Abschnitt D1 zugelassen wurden – einer der drei Abschnitte vom D-Stockwerk, die ausschließlich mehrere hundert Gefängnisgangmitglieder beherbergen – durften wir uns dieses im Jahr 2016 ausweiten. Wir begannen, zwischen den Gangsterabschnitten D1, D2 und D3 zu wechseln und so die Liebe und das Wort Gottes in mehreren der großen Gemeinschaftszellen mit 40 bis 100 Gangmitgliedern pro Zelle weiter zu geben. Auch wenn wir aus Sicherheitsbedenken und ernsthafter Unterbesetzung der DCS-Mitglieder keinen wöchentlichen Zugang zu diesen Zellen bekommen konnten, konnten wir dennoch regelmäßig auf dem D-Stockwerk sein, teilweise etwa 300 Gangmitglieder beim Trainieren im Hof begleiten und weiterführend 1- zu-1 Seelsorge mit interessierten Gefangenen durchführen.

 

Frauengefängnis

Im Frauengefängnis setzte Rene die wöchentliche Bibelstunde der Hope Prison Ministries (HPM) fort, bei der etwa 40 – 60 Frauen wöchentlich teilnahmen. Er organisierte englisch- und afrikaanssprachige Kleingruppen und übernahm im Januar 2017 dann auch die Teamleitung dieser Gruppe. Rene wurde auch Teamleiter einer HPM- Gruppe, die sich wöchentlich an jugendliche Mädchen, die auf ihr Gerichtsverfahren warten, richten, um diesen 14 – 30 jungen, aber schon sehr zerbrochene Mädchen die Liebe und die Wahrheit Gottes näherzubringen.

 

Strassendienst

Auch 2016 setzten wir die Arbeit mit Jugendlichen fort, die auf den Straßen in der Innenstadt Kapstadts leben und / oder arbeiten. Marco und René verbrachten weiterhin ihre Freitagabende auf den Straßen, Plätzen und Parks von Kapstadt, während Sandra und Rene das gleiche am Freitagmorgen taten.

Die große Überlappung mit dem Gefängnisdienst erstaunt uns immer wieder. Das Hochsicherheits- und das Frauengefängnis sind Drehkreuze für die komplette Unterwelt der Cape Flats sowie der Straßenleute. Im Jahr 2016 fuhren wir fort, die Liebe Gottes auf die Straßen von Kapstadt zu bringen, die Menschen in das Reich Gottes hinein zu lieben, an ihrer Seite zu sein und ihnen den Einzigen zu zeigen, der ihre Herzen und ihr Leben heilen kann. Inmitten von Herzschmerz und Enttäuschungen der gebrochenen Menschen mit denen wir arbeiten, konnten wir auch einige Veränderungen in den Menschen sehen, mit denen wir seit Jahren in Kontakt sind und gemeinsam beten. So schaffte es beispielsweise eine junge nigerianische Prostituierte aus diesem schrecklichen „Geschäft“ heraus zu kommen und eine junge obdachlose Drogendealerin beschloss trotz starker “Einkommenseinbuße” mit dem Drogenverkauf aufzuhören.

Ist das unser Verdienst? Nein! Es war Gottes Hilfe und seine Entscheidung durch uns einen kleinen Weg in Richtung Verbesserung zu bewirken, der noch lange nicht abgeschlossen ist.

Auch im Jahr 2016 begleiteten uns eine Reihe von internationalen Freiwilligen, Besuchern und Teams bei unseren nächtlichen Einsätzen. Manchmal fragen wir uns, wer mehr von diesen nächtlichen Besuchen profitiert – die Obdachlosen oder die Besucher, die erfahren, wer diese Straßenleute sind, was Gottes Herz für sie ist und was diese Verbindung zu Gott für sie ganz persönlich bedeutet. Manche bewegte die eine Nacht mit uns auf den Straßen sogar dazu, auch in ihren Heimatstädten anzufangen sich an die Obdachlosen zu wenden.

 

Mobiles Jugendzentrum – Hope on Wheelz

Im Juni 2016, nach langer Suche, viel Gebet, Bestätigungen und Verhandlungen konnten wir endlich den Mercedes Doppeldeckerbus erwerben, den wir 2015 schon gesehen haben. Nach einige Probefahrstunden für Rene wurde der Bus in die Werkstatt geschickt, um ihn für die Arbeit als mobiles Jugend und Community Zentrum für die Gangzentren in den Cape Flats umzubauen. Mal wieder mussten wir lernen in unserer Zeitplanung flexibel zu sein. Nach einigen Verzögerungen und vielen strukturellen Reparaturen war der Bus erst Mitte Februar 2017 fertig. Das Fahrzeugchassis wurde komplett erneuert, der Bus neu verkleidet and gestrichen und hat jetzt eine neue, klimatisierte Kaffee- und Saftbar mit Sofas, einen kleinen Seelsorgeraum, einen großen Seminarraum mit Monitoren, einen separaten Computerteil mit sechs abschliessbaren iMac Rechnern and neuen Sitzgelegenheiten für das Balkondeck oben. Nach dem wir erfolgreich einigen administrativen und mechanischen Herausforderungen widerstanden haben, ist der Bus jetzt voll registriert und hat alle Zulassungen um zu starten. Ab April 2017 werden wir die Pilot-Gegend Manenberg auskundschaften – eines der berüchtigtsten Gangzentren Kapstadts – und bereiten alles vor, um diesen neuen Dienst bald zu starten.

 

7de Laan: Community Entwicklung

Drüben in 7 de Laan und den umliegenden Gemeinden der Camp Road ist unser Community Bildungs Team schwer damit beschäftigt, die Erbringung öffentlicher Dienstleistungen in Partnerschaft mit den lokalen Behörden zu bewirken. Im vergangenen Jahr ist es uns gelungen, provinzielle Richtlinien in Bezug auf die Stromversorgung für die Early Childhood Development Centres (ECDs oder Kindergärten) in informellen Wohngebieten positiv zu beeinflussen, sowie zu ermöglichen, dass ein Krankenwagen seit neuestem in der angrenzenden Wohngegend Strandfontein stationiert ist, was darin resultiert, dass durch eine viel schnellere Reaktionszeit Menschenleben gerettet werden können.

Wir sind uns auch darüber im klaren, dass es unseren Mitarbeitern gut gehen muss, um effektiv den Menschen in den Communities dienen zu können. Aus diesem Grund, war der Hauptfokus für unser Team in diesem Jahr die Verbesserung der Kommunikation zwischen unseren verschiedenen Abteilungen von 7de Laan durch mehrere Workshops und Besprechungen (siehe Auszug aus dem Kommunikationsdiagramm ab März 2016 mit Namen der Hauptverantwortlichen der verschiedenen Bereiche). Wir freuen uns darauf zu sehen, wie Gott dieses Werkzeug in der Zukunft noch mehr für seine Arbeit hier gebrauchen wird!

 

7de Laan: Bildung

Wir haben gerade das erste komplette Jahr der Hope ECD beendet! Die drei Lehrer haben einen Rhythmus für ihre Arbeit mit den Kindern gefunden und eine vertrauensvolle Beziehung zu ihren Familien aufgebaut. Wir freuen uns berichten zu können, dass die Anzahl der Kinder auf 15 angestiegen ist und wir weiterhin

Werbemaßnahmen in den umliegenden Gebieten betreiben, um noch mehr Anmeldungen für das kommende Schuljahr zu erreichen. Die Lehrer hatten wöchentliche Trainingseinheiten durch unsere Partner Hands & Feet und zwei von ihnen besuchen Kurse in der Abendhochschule um ihre Fähigkeiten noch auszubauen.

Da uns für den Bereich Computer leider keine erfahrenen Mitarbeiter mehr zu Verfügung stehen, konnten die Lehrgänge, die in 2016 stattfanden, nicht fortgesetzt werden. Anstatt diese Lücke irgendwie notdürftig zu füllen, vertrauen wir darauf, dass Gott jemanden berufen und zu uns senden wird, der diese Aufgabe mit Hingabe und Zuverlässigkeit in 2017 übernehmen wird. Die langersehnte Nachmittagsbetreuung wird voraussichtlich im August 2017 beginnen und hat das Ziel die fehlende Kompetenz von vielen Kindern im Grundschulalter auf unterhaltsame und inspirierende Weise aufzufangen.

 

7de Laan: Familienerhaltung & Stärkung

Den vielen Familien in Not zu helfen, ist eine enorme Aufgabe und eine, die uns alle wohl am meisten herausfordert. Jeder Erfolg basiert darauf, dass ein Individuum selbst einen Schritt in eine positive Richtung unternimmt, was ihnen jedoch – aufgrund von traumatischen Umständen – oft sehr schwer fällt und schwierige Entscheidungen mit sich bringt. Unsere Männergruppe am Mittwochabend und der Frauentreff am Donnerstagnachmittag (die im Oktober 2016 auch einen Bibelkreis starteten) sowie unsere wöchentlichen Treffen mit einzelnen Personen für Gebet und Hilfestellung in unterschiedlichen Bereichen, haben es alle zum Ziel, den Menschen Gottes Liebe näher zu bringen und dabei zu helfen, ihre Ängste und Einschränkungen zu überwinden. Unser „Dignity Day“ im Februar 2017 war ein großer Schritt zur Vermittlung dieser Wahrheit in die nächste Generation junger Frauen. Wir sind uns darüber im klaren, dass wir mehr professionelle Interventionen brauchen und freuen uns auf die Hilfe von Hands & Feet (die uns bereits im Jahre 2016 ehrenamtlich geholfen haben) bei der Durchführung von Trauma Kursen, Familien Bewertungen und die Hilfe durch professionelle Arbeit von einer Vollzeit-Sozialarbeiterin, die offiziell ab Mai 2017 für ein Jahr mit uns arbeiten wird.

 

7de Laan: Health & Wellness

Wir freuen uns sehr, dass wir in unserem Gesundheit und Wellness Bereich weiterhin Wachstum und Verbesserungen verzeichnen können. Unser Aquaponic Garten Programm produziert weiterhin gesundes Obst und Gemüse für die Kinder in unserem Umfeld. Wir haben den Garten um ein vertikales Erdbeerfeld ergänzt, welches sich großer Beliebtheit erfreut! Aufgrund der extremen Trockenheit, haben wir ein Regenwasser-Auffangsystem installiert, welches uns dabei hilft den Konsum der wertvollen Ressource Wasser noch weiter zu reduzieren.

Unser Fussball-Training konnte in 2016 leider nicht weitergeführt werden, da die Trainer leider nicht mehr zur Verfügung standen. Auch hier beten wir für geeigneten Ersatz.

Unsere Gesundheitstage werden immer beliebter und zeigen steigende Beteiligung, was uns dazu veranlasst hat, diesen Service auch in weiteren Gemeinden anzubieten.

Wir arbeiten eng mit mit den kommunalen Kliniken und medizinischen Fachkräfte zusammen, so dass wir uns noch besser um diejenigen kümmern können, die von uns geliebt werden. Eine unserer Freiwilligen hat vor kurzem die Ausbildung zur zertifizierten Geburtshelferin abgeschlossen, um sich noch besser um die Mütter und Babys in den Communities kümmern zu können, was einen großen Segen darstellt, da in der letzten Zeit sehr viel Babys geboren wurden und die Mütter durch sie unterstützt werden konnten.

 

Finanzbericht

Bei HOSA streben wir nach vorzüglicher finanzieller Verwaltung und Rechenschaft. Die wertvolle Partnerschaft mit unseren Unterstützern bedeutet für uns, dass wir ihre Investition ernst nehmen und unser Bestes tun, um die uns anvertrauten Gelder gut zu handhaben. Wir fühlen uns auch unserem himmlischen Vater verpflichtet, der letztendlich der Geber aller guten Gaben ist. Somit möchten wir das Beste aus diesen Gaben machen, so dass so viele bedürftige Menschen wie möglich damit erreicht und gesegnet werden können. Mit großer Bescheidenheit meinen wir, dieses Ziel in diesem Finanzjahr erreicht zu haben.

Die volle, geprüfte Finanzübersicht ist auf Anfrage erhältlich.

 

Dankeschön!

Wie Sie gerade lesen konnten, schauen wir auf ein Jahr voller Gottes Treue zurück, nicht nur für den Verein, sondern vor allem für die Menschen denen wir dienen dürfen. Es war wieder ein Jahr voller “Ubuntu” – ein alter, afrikanischer Ausdruck für Menschlichkeit gegenüber anderen, aber auch für Verbundenheit und die Tatsache, dass man “ist” aufgrund dessen, was wir zusammen “sind”.

HOSA könnte nicht das sein, was es ist oder auch nur eine einzige Sache bewältigen, ohne dieses wertvolle Netzwerk an anderem Menschen, welches über uns selber hinausgeht. Wir glauben, dass wir gemeinsam stärker sind und möchten all denen danken, die HOSA auf dem Weg begleitet, unterstützt, beraten, geführt, bestärkt und herausgefordert haben. Es sind zu viele wunderbare Menschen und Vereine – Ihr wisst, wer ihr seid, danke für das gemeinsame “Ubuntu” und den gemeinsamen Weg!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mitmachen

Teilen

Sie sind begeistert von unserer Arbeit? Helfen Sie uns, indem Sie anderen davon erzählen!
... mehr lesen »

Selbst dabei sein

Sie möchten selbst mit anpacken? Wir zeigen Ihnen Möglichkeiten auf, wie Sie dabei sein können!
... mehr lesen »

Anders helfen

Du möchtest anderweitig helfen? Mit einer Spende kannst du unsere Arbeit direkt unterstützen! Benutze dafür unsere ...
... mehr lesen »

Unsere Projekte

Gefängnisarbeit

Südafrika ist unter den Top 10 weltweit in Bezug auf die Anzahl der Gefängnisinsassen ... mehr »

Jugendarbeit Cape Flats

Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den sozialen ... mehr »

Streetwork

Jung und obdachlos, die Schattenseite von Kapstadt’s Zentrum… Kapstadt, das sind nicht ... mehr »

7de Laan

Viele Townships in Südafrika haben sich in den letzten Jahren zu regelrechten Städten ... mehr »

Unser Bus

Im Wege unsere unterschiedlichen Dienstzweige, in der Gefängnisarbeit und Nachsorge, in ... mehr »

Partnerprojekte

Partnerprojekte

Wir bei HOSA verstehen die Dynamik und die Herausforderungen lokal-organisierter ... mehr »